Kartonrechner

Faustregeln im Test

Wie viele Umzugskartons braucht man pro Person?

Die verbreitete Faustregel lautet 15 bis 20 Kartons pro Erwachsenem und 10 bis 15 pro Kind. Sie ist ein brauchbarer Startwert — aber sie ignoriert die Wohnfläche, und genau daran scheitert sie regelmäßig.

Wohnungsgröße angeben als

Steht im Mietvertrag. Keller und Dachboden zählen nicht zur Wohnfläche — wenn du dort Sachen lagerst, wähle unten „viel Besitz“.

Wie lange wohnst du dort schon?

Je länger man wohnt, desto mehr sammelt sich an — das ist der Faktor, den die meisten unterschätzen.

Wie viel Besitz hast du?

„Viel“ heißt: volle Regale, Bücher, Sammlungen, Hobbyausrüstung, Keller voll.

Dein Bedarf

57Umzugskartons

43 Standardkartons
ca. 65 l · normales Packgut
14 Bücherkartons
ca. 40 l · Bücher, Geschirr
Was du außerdem brauchstMenge
KleiderboxenKleidung hängend transportieren, spart Bügeln4 Stück
Paketklebeband2-fach umlaufend pro Karton5 Rollen
PackpapierZum Ausstopfen und Einwickeln23 kg
LuftpolsterfolieFür Glas, Technik, Bilderrahmen15 m
BeschriftungsstifteZimmer + Inhalt auf zwei Seiten2 Stück
Großer Kastenwagen (Sprinter, ~9 m³) Ladevolumen deiner Kartons: ca. 5,0 m³ · Gesamtvolumen mit Möbeln: ca. 20 m³

Die Werte sind eine Planungshilfe auf Basis anerkannter Faustregeln — plane lieber zwei Kartons zu viel als einen zu wenig. Wie genau gerechnet wird, steht im nächsten Abschnitt.

Warum die Regel allein nicht funktioniert

Zwei Personen mit je 17 Kartons ergeben 34 Kartons — egal, ob sie auf 45 oder auf 120 Quadratmetern wohnen. Das kann nicht stimmen. Die Personenregel misst, wie viele persönliche Dinge Menschen typischerweise besitzen; sie erfasst aber nicht den Stauraum, den eine Wohnung anbietet und den Menschen zuverlässig füllen.

Umgekehrt scheitert die reine Flächenregel („ein Karton pro Quadratmeter“) am anderen Ende: Eine einzelne Person in einer großen Altbauwohnung braucht selten achtzig Kartons, weil viele Räume schlicht dünn möbliert sind.

Die Kombination trifft es besser

Deshalb rechnet dieser Rechner beide Werte aus und bildet den Mittelwert. Bei zwei Personen auf 70 Quadratmetern ergibt das aus 34 (Personen) und 70 (Fläche) einen Ausgangswert von 52 — und der liegt erfahrungsgemäß deutlich näher an der Realität als jeder der beiden Einzelwerte.

Danach kommen die beiden Faktoren dazu, die den größten Unterschied machen: Wohndauer und Besitzmenge. Wer über zehn Jahre am selben Ort wohnt, braucht rund ein Drittel mehr Kartons als jemand, der nach zwei Jahren wieder auszieht.

Was pro Person konkret anfällt

Als Orientierung für eine erwachsene Person: Kleidung 4 bis 8 Kartons, Bücher und Unterlagen 2 bis 5 Bücherkartons, Küchenanteil 3 bis 6, Bad und Kosmetik 1 bis 2, Elektronik und Kabel 1 bis 2, Deko und Persönliches 2 bis 4. Dazu Bettwäsche und Handtücher.

Bei Kindern verschiebt sich die Verteilung: weniger Küche und Bad, dafür deutlich mehr Spielzeug und Bastelmaterial. Der Bedarf pro Kind liegt niedriger als bei Erwachsenen, die Packzeit aber nicht.

So wird gerechnet

Kein Blackbox-Ergebnis: Der Rechner kombiniert zwei etablierte Faustregeln, statt sich auf eine zu verlassen — denn allein nach Wohnfläche gerechnet bekommen Singles zu viele Kartons, allein nach Personen gerechnet bekommen große Wohnungen zu wenige.

  1. Zwei Schätzungen bildenNach Personen: 17 Kartons je Erwachsener, 12 je Kind. Nach Fläche: 1 Karton je m² Wohnfläche.
  2. Mittelwert bildenBeide Werte werden gemittelt. So bleibt das Ergebnis für eine 30-m²-WG-Bude ebenso plausibel wie für ein 140-m²-Haus.
  3. Wohndauer einrechnenVon ×0,85 (unter 2 Jahre) bis ×1,3 (über 10 Jahre). Wer lange wohnt, hat messbar mehr eingelagert.
  4. Besitzmenge einrechnen×0,8 bis ×1,25, je nachdem wie voll Regale, Keller und Abstellkammer sind.
  5. Reserve aufschlagen+10 %. Am Umzugstag fehlen praktisch immer Kartons — der Aufschlag ist billiger als eine Extrafahrt.
  6. Auf Kartontypen aufteilenRund ein Viertel wird als Bücherkarton ausgewiesen, weil Bücher und Geschirr in großen Kartons zu schwer werden.

Häufige Fragen

Die Antworten stützen sich auf gängige Empfehlungen von Umzugsunternehmen und Verpackungshändlern sowie auf die Arbeitsschutz-Empfehlungen zum Tragegewicht.

Stimmt die Regel „15 bis 20 Kartons pro Person“?

Als grober Startwert ja, als alleinige Grundlage nein. Sie funktioniert gut bei durchschnittlichen Wohnflächen von 30 bis 40 Quadratmetern pro Person und liegt daneben, sobald jemand deutlich großzügiger oder deutlich beengter wohnt.

Wie viele Kartons braucht ein Student?

Meist 12 bis 25, abhängig davon, ob Küche und Möbel mitkommen. Bei einem WG-Zimmerwechsel liegt der Bedarf am unteren Rand, beim Auszug aus der ersten eigenen Wohnung eher am oberen.

Zählen Kleiderboxen zu den Kartons?

Nein, sie kommen zusätzlich dazu. Rechne mit zwei bis drei Kleiderboxen pro Erwachsenem für alles, was auf Bügeln hängt — das reduziert im Gegenzug die Zahl der normalen Kartons für Kleidung spürbar.